„Es sind die Bilder, mit denen etwas nicht stimmt.“
Barbara Buchegger von Saferinternet.at im Interview über zunehmenden Druck auf junge Menschen, durch die Flut von vermeintlich perfekten Bildern auf Social Media.
Barbara Buchegger über …
…die Besonderheit von Social Media im Vergleich zu anderen Einflüssen:
Die Besonderheit ist die Masse an Bildern, die auf einen einprasseln – und dass es dabei völlig wurscht ist, ob das Beiträge sind, die bearbeitet wurden oder ob gar mit KI erschaffene Models. Sie erzeugen eine vermeintliche Normalität und man vergisst, dass es die Bilder sind, mit denen etwas nicht stimmt – und nicht der eigene Körper.
… das Wissen von jungen Menschen bezüglich bearbeiteter Bilder:
Die wissen das ganz genau. Die können dir sogar ganz genau erklären, mit welchen Tools und Filtern das Bild bearbeitet wurde. Aber das ist völlig egal, diese Bilder wirken trotzdem. Es ist tatsächlich so, dass in diesem Bereich das Wissen nicht schützt.
… über vermeintliche vielfältige Rollen- und Körperbilder auf Social Media:
In der Masse gibt es wenig Vielfalt. Bis vor kurzem war der knackige Po und ein etwas sportlicherer und durchtrainierter Körper das vorherrschende Ideal. Jetzt geht es gerade wieder mehr in Richtung von ganz dünnen Körpern, also in Richtung dieser Mager-Models. Übrigens gibt es diese vorherrschenden Stereotypen nicht nur bei Mädchen, sondern genauso bei den Jungs.
… die Auswirkungen auf das Offline-Leben:
Es kann dazu führen, dass eine Scham hinsichtlich des eigenen Körpers bzw. des eigenen Aussehens entsteht – und dass sich Menschen deshalb zurückziehen, auch aus der realen Welt.
… Methoden, mit denen man junge Menschen unterstützen kann:
Es geht darum, dass sie sich nicht einschränken lassen. Man muss ihnen vermitteln: „Okay, dann findest du deine Beine halt nicht schön, aber verzichte deshalb nicht auf bestimmte Dinge. Geh trotzdem raus, geh tanzen oder zieh einen Rock an.“
… die Wirkung von gegenseitigen Komplimenten unter jungen Menschen:
Komplimente zu machen fällt jungen Menschen oft schwer. Die sagen: „Du bist voll nett“. Das hat null Aussagekraft. Deshalb muss man das wirklich mit ihnen üben. Bei unseren Diskussionen hat sich gezeigt, dass das ein Ausweg sein kann. Also, dass sie auf diesem Weg Bestätigung und Bestärkung erfahren, und diese nicht nur auf Social Media suchen.